Veröffentlichungen von Herausgeber und Autor Werner Reichel
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Neuer Anlauf bei DAB-Einführung
Die auf Eis gelegten Fördergelder für terrestrisches digitales Radio werden wieder freigegeben. Das hat die KEF, die Kommission zur Feststellung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten vergangenen Freitag einstimmig beschlossen. Die Projektmittel sollen allerdings nur dann fließen, wenn die ARD einige Voraussetzungen erfüllt.
Eine Bedingung ist die gemeinsame Nutzung des bundesweiten Multiplex durch Deutschlandradio und private Hörfunkveranstalter. Zudem soll die ARD auf ihre kostspieligen Mittel, Lang- und Kurzwellensender verzichten. Bei der KEF Sitzung im September soll die ARD konkrete Aussagen zu Abschaltungen der AM Sender treffen. Einige ARD-Anstalten, wie etwa der Südwestrundfunk oder Radio Bremen, haben ihre Mittelwellensender bereits abgeschaltet
Die KEF will mit der nunmehrigen Entscheidung dem terrestrischen digitalen Rundfunk in Deutschland einen Neustart ermöglichen. 2008 hatte sie, nachdem bereits rund 180 Millionen Euro investiert worden sind, die Einführung von DAB praktisch für gescheitert erklärt. DAB sei in Deutschland auch nach über zehn Jahren öffentlicher Förderung nicht in ausreichendem Maße akzeptiert worden, so die Begründung der KEF damals.
Jetzt gibt man sich wieder Zuversichtlich. Mit DAB+ soll ein Neustart gelingen. Der Hörfunkbeauftragte der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Dr. Ger Bauer, nach der Entscheidung der KEF am Freitag: „"Die Landesmedienanstalten wollten in Bezug auf einen erfolgreichen Neustart von Digitalradio in Deutschland immer zweierlei: eine gemeinsame Nutzung des bundesweiten Multiplex durch Deutschlandradio und private Hörfunkveranstalter ebenso wie eine digitale Hörfunkzukunft, in der bundesweite neben regionalen Angeboten verbreitet werden. Beides wird durch die heutige Beschlussfassung der KEF ermöglicht. Insoweit ist der heutige Tag ein guter Tag für die Digitalisierung des Rundfunks in Deutschland“.
(Werner Reichel,radioszene.de, 30.6.2010)
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Privatsender starten Kampagne gegen neues ORF-Gesetz
Österreich private Radio- und TV-Sender starten heute eine gemeinsame große Promotionaktion. Zu gewinnen gibt es für die Hörer und Seher 13.000 Euro! Das ist – laut der Kampagne - so viel, wie ORF Boss Alexander Wrabetz in einem Monat verdient.
Mit dieser frechen Promotion wollen die Privatsender nicht nur den ORF-Boss etwas ärgern, sondern vor allem auf ihre Unterschriftenaktion gegen das neue ORF-Gesetz aufmerksam machen. Sie möchten möglichst viele Unterschriften in möglichst kurzer Zeit sammeln. Denn die Zeit drängt. Bereits diesen Donnerstag befasst sich der Verfassungsausschuss im Nationalrat mit dem ORF-Gesetz.
Was die heimischen Sender am neuen ORF-Gesetz besonders stört, sind die zusätzlichen Gebührengelder in der Höhe von rund 160 Millionen Euro und die geplante Ausdehnung der Werbezeiten. Sogar regionale TV Werbung im Rahmen der Sendung „Bundesland Heute“ steht im Raum. Für die Radio- und TV Sender in den Bundesländern ist aber gerade der regionale Werbemarkt die wichtigste Einnahmequelle. Sie fürchten um ihre Existenz.
Als „verantwortungslos und extrem marktgefährdend" hat der VÖP deshalb die Pläne der rot/schwarzen Regierung bezeichnet. „Der ORF ist mit 530 Millionen Euro Gebühren für 2010 fürstlich ausgestattet. Das ist mehr als doppelt so viel wie alle Privatsender zusammen an Werbeeinnahmen haben!", so Corinna Drumm, Geschäftsführerin des VÖP.
Statt noch mehr Geld und Werbezeiten fordert der VÖP, die Präzisierung des öffentlich-rechtlichen Kernauftrages, eine Verbot von Product Placement in sämtlichen ORF-Programmen, langfristig sogar die Reduktion von Werbemöglichkeiten und effektive Sanktionsmöglichkeiten der KommAustri bei Verstößen des ORF.
Mit möglichst vielen Unterschriften will man diesen Forderungen Nachdruck verleihen. Unterschreiben kann man die Petition der Privatsender hier.
(Werner Reichel, radioszene.de; 07.06.2010)
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KommAustria schreibt 19 Radiozulassungen aus
Noch vor dem Sommer schreibt die KommAustria insgesamt 19 Privatradiozulassungen in ganz Österreich aus. Dabei handelt es sich um jene Radiosender, deren Zulassungen im Jahr 2000 vom Verfassungsgerichtshof augehoben und die im Sommer 2001 neu vergeben worden sind. Mitte nächsten Jahres läuft die zehnjährige Zulassungsperiode aus, die Lizenzen müssen deshalb bereits jetzt neu ausgeschrieben werden. Betroffen davon sind etwa alle Wiener Privatsender mit Ausnahme von 98.3 Superfly, die Antenne Vorarlberg, Welle 1 Salzburg, HiT FM Waldviertel oder Radio U1 in Tirol.
Mit großen Überraschungen ist aber nicht zu rechnen. In der Regel vergibt die Radiobehörde die Radiolizenzen wieder an die bisherigen Zulassungsinhaber. Die Radiobetreiber, die sich in den vergangenen Jahren mehr oder weniger an die Vorgaben in ihrem Zulassungsbeschied und das Privatradiogesetz gehalten haben, können deshalb auch weiterhin ruhig schlafen. Erst dreimal hat die KommAustria Zulassungen nicht mehr verlängert – im Jahr 2001 jene von 92.9 HitFM (eine äußerst umstrittene Entscheidung) und 2008 einen lokalen Sender der Familie Savio im oberösterreichischen Steyr und in Kärnten das „Trucker-Radio“ des deutschen Radiomachers Michael Meister.
(Werner Reichel; radioszene.de; 31.05.2010)
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